Ode aan de Odalisk

Ode aan de Odalisk
2015-2017

Für diese Serie habe ich mich von dem Maler Henri Matisse inspirieren lassen. In 2015 habe ich die Ausstellung “De Oase van Matisse” im Stedelijk Museum Amsterdam besucht. Es war die größte Übersichtsausstellung seiner Arbeiten, die je in den Niederlanden gezeigt wurde. Ihr Schwerpunkt lag auf seiner künstlerischen Entwicklung im Laufe der Jahre seines Schaffens.

Matisse hat verschiede Arbeiten mit dem Titel „Odalisk“ gemalt. Sie zeigen Frauen, sitzend oder liegend dargestellt, situiert in farbenreichen, gemusterten Stoffen. Während meines Studiums in Textildesign habe ich eine Vorliebe für Stoffe, Muster und stoffartige Gegenstände als Arbeitsmaterialien entwickelt. Ich war schon immer fasziniert von Matisse‘ Frauen, umgeben von orientalischen Stoffen. Erst dann habe ich herausgefunden, was eine Odalisk eigentlich ist. Es ist ein Zimmermädchen oder eine Sklavin des türkischen Sultans. Das türkische Wort für Zimmermädchen ist Odalik.

Ich habe realisiert, dass diese Frauen in einer sehr schwierigen Position und einer untergeordneten Rolle lebten. Doch inwieweit waren diese Frauen vollkommen abhängig und wirklich nur Sklavinnen? Vielleicht hatten sie damals auch eine gewisse Macht im Verhältnis zu den anderen Sklavinnen. Eines ist meines Erachtens sicher: Sie konnten niemals zeigen, wer sie wirklich waren.

Zentrale Themen in dieser Arbeit sind die verschiedenen Erscheinungsformen der Frau in der Geschichte, das Verstecken oder Zeigen der Weiblichkeit, sowie der Schmuck und seine verführerische Wirkung. Der Reichtum der Stoffe und Muster steht für mich im Gegensatz zu der Position der Frau, die sie umgeben: der Frau in ihrer Doppelrolle.

Mit meiner Foto- und Collagenserie bringe ich meine Hommage an diese Frauen zum Ausdruck.